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13.11.2007
Rettungshubschrauber im Einsatz. (Bild: AP) Rettungshubschrauber im Einsatz. (Bild: AP)

Senkrecht in die Lüfte

Vor 100 Jahren gelang Paul Cornu der erste bemannte Flug mit einem Helikopter

Von Andrea Westhoff

Helikopter werden vor allem im Rettungswesen, bei der Polizei und für schwierige Transporte eingesetzt. Der bedeutende Fortschritt für die Flugtechnik begann 1907 mit einem kleinen Hüpfer.
 

"Das Flugzeug ist überhaupt nichts, wenn es sich nicht wie ein Kolibri senkrecht auf und ab bewegen und wie ein Kolibri auf der Stelle schweben kann."

Der geniale amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison war offenbar wenig beeindruckt, als er 1903 von dem ersten erfolgreichen motorgetriebenen Flugversuch hörte. Wie viel begeisternder dagegen die Idee, sich aus dem Stand in die Luft schwingen zu können! Schon Leonardo da Vinci entwarf 1490 eine Maschine, die mit waagerecht rotierenden Segeln Auftrieb erzeugen und fliegen sollte. Seine Flugspirale gilt als erster Versuch, einen Hubschrauber zu bauen. Allerdings ist es bei der Zeichnung geblieben.

Praktisch ging man dann erst wieder Anfang des 20. Jahrhunderts zu Werk - diesmal wetteiferten gleich mehrere Konstrukteure in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Erfolg: Im September 1907 bauten in Nordfrankreich die Gebrüder Bréguet einen Helikopter, der von vier Rotoren angetrieben wurde. Er stieg tatsächlich auch ein Stück in die Luft. Doch gelten diese Versuche noch nicht als erster freier Flug, weil dabei eine Hilfsmannschaft am Boden die Maschine mit Seilen festhielt, um ein Umkippen in der Luft zu verhindern.

Zur gleichen Zeit, gar nicht weit entfernt, bastelte der französische Fahrradhersteller Paul Cornu eine Art "fliegendes Fahrrad" mit Verbrennungsmotor und paddelartigen Schaufelblättern. Und ihm gelang es tatsächlich, diesen Hubschrauber in die Luft zu bringen und zu steuern - am 13. November 1907 in der Nähe von Lisieux in der Normandie.

"Zwar nur 30 Zentimeter und auch nur 20 Sekunden lang, aber trotzdem leistete Cornu unverzichtbare Pionierarbeit für die Helikoptertechnologie."

Dieter Bals, der ehrenamtliche Geschäftsführer des einzigen Hubschraubermuseums Deutschlands in Bückeburg, weiß um die Anstrengungen Paul Cornus, hat er doch zusammen mit freiwilligen Helfern in gut 1000 Arbeitsstunden den ersten flugfähigen Hubschrauber der Welt eins-zu-eins nachgebaut.

Der Helikopter Cornus stieg bei einem zweiten Versuch am selben Tag sogar auf eine Höhe von 1,5 Metern - diesmal allerdings so schnell, dass dabei sein Bruder, der die Maschine noch festhielt, mit in die Luft gehoben wurde.

Der französische Fahrradhersteller hat die Entwicklung des Hubschraubers nicht weiter betrieben. Paul Cornu ging einfach das Geld aus. Aber seine Versuche spornten andere an: französische, spanische, russische und auch deutsche Ingenieure und Flugbegeisterte. Besonders erfolgreich und berühmt geworden sind die Konstruktionen von Heinrich Focke in Bremen: Mit seinem Hubschrauber Fw-61 wurden in den 30er Jahren alle Höhen- und Geschwindigkeitsrekorde gebrochen, beteiligt daran war unter anderem auch die Pilotin Hanna Reitsch:

" 50 Meter, 75 Meter, 100 Meter. Dann nahm ich langsam Gas weg, der Aufwärtsflug wurde immer langsamer, bis ich schließlich auf der Stelle in der Luft schwebte. Das Gefühl war unbeschreiblich, berauschend. Ich wurde an eine Lerche erinnert, die auf leichten Flügeln über sommerliche Felder in die Höhe steigt. Jetzt hatten ihr die Menschen das Geheimnis ihres Fluges entrissen."

Hanna Reitsch erregte im Februar 1938 großes Aufsehen, als sie anlässlich einer Flugschau mit einem FW-61 in der geschlossenen Deutschlandhalle in Berlin vorwärts, rückwärts, seitwärts flog und Drehungen in der Luft um 60 Grad vorführte.

Ein Hubschrauber wird angetrieben von einem oder mehreren Drehflügeln, die von einem Triebwerk bewegt waagerecht auf der Maschine sitzen. Mit zunehmender Geschwindigkeit dieser Rotoren wird ein Unterdruck erzeugt, und der Luftdruck unter dem Rotorblatt drückt den Helikopter nach oben. Mit einem Steuerknüppel und zusätzlichen Pedalen kann der Pilot ihn dann schnell in alle Richtungen bewegen. Emile Berliner, einer der frühen amerikanischen Flugzeug- und Hubschrauberkonstrukteure:

"Senkrecht nach oben muss es beim Fliegen gehen, das ist der richtige Weg. So eine Maschine wird zwar niemals direkt mit dem Flugzeug konkurrieren können, aber sie wird spezielle Einsatzbereiche haben, und auf diesen Gebieten wird sie dem Flugzeug überlegen sein."

Wegen ihrer besonderen Wendigkeit und weil sie auf engstem Raum starten und landen, können Hubschrauber Lasten ins Hochgebirge oder Versorgungsgüter auf Bohrinseln im Atlantik transportieren; in unwegsamem Berggelände oder verwüsteten Katastrophengebieten bringen sie Helfer und Ärzte schneller vor Ort, und bei Autounfällen in verstopften Innenstädten oder auf entlegenen Landstraßen erweisen sich die Helikopter oft als Lebensretter.

 


13. November 2007, 18:15 Uhr
Von Jan Hildebrand
Jubiläum der Senkrechtstarter

Seit 100 Jahren fliegen bemannte Hubschrauber

Der Hubschrauber feiert Geburtstag: Vor 100 Jahren hob in Frankreich der erste Helikopter ab. Er funktionierte mit Tretpedalen und blieb 20 Sekunden in der Luft. Heute ist der Markt für die Fluggeräte ein Milliardengeschäft – das wieder europäische Hersteller dominieren.
20 Sekunden in der Luft: So funktionierte der erste Tret-Hubschrauber des Franzosen Paul Cornu. Der Jungfernflug fand am 13. November 1907 statt.
Sammlung Olaf Bichel GFDL
Foto: DPA
20 Sekunden und 30 cm in der Luft: So funktionierte der erste Hubschrauber des Franzosen Paul Cornu. Der Jungfernflug fand am 13. November 1907 statt.
 
Der erste bemannte Hubschrauber hielt sich gerade einmal 20 Sekunden in der Luft. Am 13.November 1907 gelang es dem Franzosen Paul Cornu, mit seinem wunderlichen Fluggerät, eine halbe Armlänge über dem Boden zu schweben. Eher ein Hüpfer als ein Flug. „Und trotzdem war es ein Meilenstein in der Geschichte des Hubschraubers“, sagt Dieter Bals, Geschäftsführer des Hubschraubermuseums in Bückeburg. Um an die Pionierarbeit des Franzosen vor 100 Jahren zu erinnern, ließ Bals die Maschine für das Museum nachbauen. „Fliegendes Fahrrad“ hatte Cornu den 200 Kilo schweren Hubschrauber mit seinem 24-PS-Motor und zwei Rotoren genannt. Das Fluggerät ähnelt tatsächlich einem aufgemotzten Drahtesel und erinnert kaum an jene Helikopter, die Marktführer Eurocopter heute baut.
Eines der größten Werke des deutsch-französisch-spanischen Unternehmens steht im schwäbischen Donauwörth, Europas Hubschrauberstadt, wie sie sich selbst bezeichnet. 4800 Menschen arbeiten hier, fast jeden zweiten Tag wird in dem Werk ein Helikopter vom Typ EC 135 fertig gestellt. Die Maschine ist ein Verkaufsschlager von Eurocopter.
Das Unternehmen gehört zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Verglichen mit Airbus ist Eurocopter mit seinen 3,8 Milliarden Euro Umsatz eine kleine EADS-Tochter. Sie bereitet allerdings auch weniger Probleme als der von Verspätungen geplagten Flugzeugbauer. „Trotz ähnlicher deutsch-französischer Rangeleien ist Eurocopter wirklich eine Erfolgsgeschichte“, sagt der Münchner Luftfahrtexperte Peter Pletschacher. „Wir sind als Weltmarktführer im zivilen und halbstaatlichen Bereich in das jetzt laufende Geschäftsjahr 2007 gestartet und behaupten diese Position in einem stark wachsenden Markt“, sagt Eurocopter-Chef Lutz Bertling.

Sikorsky – der Marktführer bei Hubschraubern des 20. Jahrhunderts

Die Verhältnisse sahen auch mal anders aus. Der französische Pionier Cornu bekam nach seinem erfolgreichen Erstflug Besuch von einer andere Größe der Hubschraubergeschichte: Igor Sikorsky. Der Russe gründete später in den USA die nach ihm benannten Hubschrauberwerke. Das Unternehmen stieg im 20.Jahrhundert zum Marktführer auf. Die europäischen Hersteller gerieten ins Hintertreffen – trotz der wichtigen Leistungen zur Hubschrauberentwicklung, angefangen bei Leonard da Vinci über Cornu bis zum deutschen Flugzeugkonstrukteur Heinrich Focke.
Technisch gesehen werden Hubschrauber zu den Flugzeugen gerechnet. Zu Flugzeugen allerdings, die Auftrieb und Schwung durch einen oder mehrere motorisch angetriebene Drehflügel, die Rotoren, erhalten. Im Gegensatz zu Flugzeugen mit starren Tragflächen sind Hubschrauber Senkrechtstarter.
Die europäischen Hubschrauberhersteller konnten bis in die 90er-Jahre kaum gegen die USA konkurrieren. 1992 schlossen sich dann die deutsche DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) und die französische Aérospatiale zu Eurocopter zusammen. Bereits vier Jahre später konnte die Firma den US-Konkurrenten Sikorsky als Nummer eins ablösen. Bei den Amerikanern hätte sich gerächt, dass sie lange Zeit technologisch nichts Neues hervorgebracht hätten, sagt Pletschacher.

Eurocopters Aufstieg

Eurocopter profitierte hingegen von alten Erfindungen: Nachdem in Deutschland wieder Fluggeräte gebaut werden durften, stellte die Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) Anfang der 60er-Jahre erstmals Rotorblätter aus Faserverbundstoff her. Die hatten bessere Flugeigenschaften als die alten Metallblätter. Die MBB kam später unters Dach der DASA, so wanderte die Technologie zu Eurocopter. „Das hat die ziemlich nach vorne gebracht“, sagt Experte Bals.

Heute sind die Verbundstoffe nicht mehr aus der Luftfahrt wegzudenken. Sie sind leichter und stabiler. Doch während Airbus gegenüber dem US-Konkurrenten Boeing auf dem Gebiet aufholen muss, ist Eurocopter im Hubschraubermarkt Wettbewerbern wie Sikorsky und Bell voraus. Der Transporthubschrauber NH 90 besteht fast vollständig aus Verbundstoffen. Trotz Verspätungen bei der Maschine wird sie mit bisher knapp 500 Bestellungen wohl ein Erfolg, auch wenn die Verzögerungen momentan das Ergebnis von Eurocopter belasten.

„Die technologische Führerschaft ist der Schlüssel des Erfolgs“, sagt Pletschacher. Auch bei der Steuertechnik habe Eurocopter gute Arbeit geleistet. So werden die neuen Modelle vollkommen elektronisch gesteuert, nicht mehr mechanisch. Der Erfindergeist beschert Eurocopter solide Geschäftergebnisse. Seit 2004 konnte die EADS-Tochter Umsatz und Auslieferungen um 50 Prozent steigern.

US-Militär bestellt für drei Milliarden Euro Hubschrauber – in Europa

Auch das US-Militär scheint von den europäischen Hubschraubern überzeugt und bestellte im vergangenen Jahr 330 Maschinen für geschätzte drei Milliarden Euro. Und noch einen Vertrauensbeweis lieferten die Amerikaner den Europäern: Das britisch-italienische Unternehmen Agusta-Westland, das eher das höhere Preissegment bedient, wird die neuen Helikopter für den US-Präsidenten bauen.
 

Neben Amerika sind vor allem Asien und Osteuropa in Zukunft die wichtigen Märkte für Hubschrauberhersteller. Viele Länder verbessern ihre Rettungsdienste. Wegen der langen Strecken bieten sich Helikopter an. In China entwickelt Eurocopter zusammen mit der Staatsfirma Avic einen zivilen Hubschrauber. „In diesem Markt sehen sie weit und breit keine Amerikaner“, sagt Pletschacher. Die osteuropäischen Staaten sind für Eurocopter vor allem interessant, weil dort der Bedarf an Polizeihubschraubern wächst, um die EU-Außengrenzen zu sichern.

Davon profitiert Eurocopter. Die EADS-Tochter hat bereits die 615 Bestellungen des Vorjahres übertroffen, einen Auftragsbestand von knapp 14 Mrd. Euro, und wird zum Ende des Geschäftsjahres die Umsatzschwelle von vier Mrd. Euro deutlich überschreiten.

 

 

 


 Vor 100 Jahren hob der erste Hubschrauber ab

Fahrradbauer überraschte mit Senkrechtflug

 
Der erste Hubschrauber erinnerte eher an ein Fahrrad mit Flügeln (Foto: www.hubschrauberzentrum.de)
Der erste Hubschrauber erinnerte eher an ein Fahrrad mit Flügeln (Foto: www.hubschrauberzentrum.de

Der erste Hubschrauber sah aus wie ein "fliegendes Fahrrad" und schaffte es nur 30 Zentimeter hoch. "Doch das senkrecht abhebende Fluggerät des Franzosen Paul Cornu war im Gegensatz zu vielen anderen experimentellen Flugapparaten dieser Zeit auch erfolgreich beim Landen", sagt Dieter Bals, der Geschäftsführer des Hubschraubermuseums im niedersächsischen Bückeburg. Und so gilt der 20-Sekunden-Flug vom 13. November 1907 als Geburtsstunde des Hubschraubers. An diesem Dienstag ist der 100. Jahrestag des Pionierflugs.
 

Da Vinci gab den Namen
Zwei Rotoren trieben damals in der Nähe von Lisieux in der Normandie den Helikopter von Cornu an. Das Wort Helikopter setzt sich aus den griechischen Wörtern Helix ("Spirale") und Pterón ("Flügel") zusammen. Es stammt vom Universal-Genie Leonardo da Vinci. Der zeichnete schon im 15. Jahrhundert erste Entwürfe für ein Fluggerät dieser Art.

Besessen vom Motorflug
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Faszination des Fliegens allgegenwärtig. Viele Menschen waren besessen von der Idee des Motorflugs. Zu ihnen gehörte auch der Fahrradhersteller Cornu, dem schließlich "der erste freie Senkrechtflug" gelang. Während sich Flugzeuge bereits zu voll einsatzfähigen Fluggeräten entwickelt hatten - den Brüdern Wright war 1903 mit einem Drachenflieger der erste Motorflug gelungen - hatte der Hubschrauber auch nach Cornus Pionierflug noch einige Jahre der Entwicklung vor sich.

1939 erstes modernes Modell
Erst der 1936 von Henrich Focke konstruierte Hubschrauber Fw 61 erfüllte alle Bedingungen, die auch heute an einen Helikopter gestellt werden: Senkrechtes Starten, Flugbewegungen in jede Richtung, Standflug und Autorotation. Als Erfinder des heutigen Hubschraubers gilt der Amerikaner Igor I. Sikorski. Er entwickelte ab 1939 einen Helikopter, der im Gegensatz zu Fockes Fw 61 nur noch einen Hauptrotor besaß und damit erst dem entspricht, an was die meisten heute beim Wort Hubschrauber denken.

Nachbau im Museum zu besichtigen
Das Fluggerät, das am 13. November 1907 beim ersten Hubschrauberflug abhob, ist neuerdings in Originalgröße im Hubschraubermuseum in Bückeburg zu besichtigen. Seit etwa zwei Monaten ist dort ein Nachbau von Cornus Fluggerät ausgestellt. "Wir wollten zum Jubiläum des Hubschraubers etwas Besonderes machen", sagt Geschäftsführer Bals. 28.000 Euro Materialkosten und 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in dem Nachbau. Er gesellt sich zu den etwa 40 weiteren Hubschraubern, die in dem Museum zu sehen sind.

 

 

10.05.2007 Mindener Tageblatt  

Das Senkrechtstarten wird hundert
 

Bückeburger Bastler bauen ersten Hubschrauber nach / 1907 hob Franzose 30 Zentimeter ab
 

Minden/Bückeburg (jcp). Klein muss er wohl gewesen sein, der Paul Cornu. Zu diesem Schluss sind Dieter Bals und Matthias Stäblein gekommen, nachdem Letzterer sich zum ersten Mal in die Konstruktion gezwängt hatte, an der die beiden jetzt seit Februar arbeiten.
 

Von Jan-Christoph Prüfer
 

Foto: Jan-Christoph Prüfer

Der Franzose Cornu gilt als Konstrukteur des ersten freifliegenden und steuerbaren Hubschraubers. Am 13. November 1907 beförderte er sich in der Nähe von Lisieux in der Normandie mit Hilfe von paddelförmigen Schaufelblättern senkrecht in die Höhe.

"Zwar nur 30 Zentimeter und auch nur 20 Sekunden lang, aber trotzdem leistete Cornu unverzichtbare Pionierarbeit für die Helikoptertechnologie", erkärt Bals, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Hubschraubermuseums in Bückeburg.



Für Bals und seinen Mitarbeiter Stäblein ein guter Grund, den hundertsten Geburtstag des Ereignisses mit einem 1:1-Nachbau von Cornus Fluggerät zu feiern. Etwa 1000 Arbeitsstunden, schätzt Bals, werden er und Stäblein schließlich in die Verwirklichung des ehrgeizigen Projekts gesteckt haben.

Links zum Thema

www.hubschraubermuseum.de

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"Letztes Jahr wurde der siebzigste Geburtstag des ersten voll funktionsfähigen Hubschraubers, des FW-61 von Henrich Focke, in Bremen begangen. Wir waren dort mit unserem Modell von Fockes Maschine präsent. Und da kam uns dann der Gedanke, dass wir den hundertsten Geburtstag von Cornus kurzem aber wegweisenden Flug ebenfalls entsprechend ehren sollten."

Zunächst stand der Maßstab 1:2 zur Diskussion, der aber schon bald der Devise "Wenn schon, denn schon" zum Opfer fiel. "Materialkosten und Arbeitsaufwand nehmen sich da nicht so schrecklich viel, also hatten wir uns relativ früh für ein Replikat in der Originalgröße entschieden", meint Bals.

Ein weiterer Mitarbeiter des Hubschraubermuseums, Dieter Störig, fertigte zunächst eine Zeichnung an, nach der der ehemalige Berufssoldat und Hubschrauber-Boardmechaniker Bals zusammen mit Segelflieger Stäblein dann zu Werke gehen konnte.

"Es existieren nur noch Fotografien von Cornus Hubschrauber, und nach denen allein konnten wir ja nicht arbeiten", erklärt Bals. Allerdings kommen die Foto

s da ins Spiel, wo es ums Detail geht.

"Man sieht auf den Bildern, dass Cornu für die Füße Steigbügel von einem Pferdesattel an sein Gerät montiert hatte. Die werden so natürlich auch an unserem Nachbau zu finden sein", sagt Bals.

Fliegen allerdings wird das Ganze nicht. "Das hätte zuviel Aufwand und sicher auch zu hohe Kosten bedeutet", sagt Bals. "Der einzige funktionstüchtige Motor wird ein elektrischer sein, mit dem wir die Rotorblätter bewegen können."

Ab September wird der historische Senkrechtstarter im Hubschraubermuseum Bückeburg zu sehen sein.